Neophytenspaziergang in Steinaweg

© Johanna Schaubmayer

Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Pflanze aussieht, kann für die heimische Natur zum ernsthaften Problem werden: Beim Neophytenspaziergang in Furth erfuhren zahlreiche Interessierte, welche invasiven Pflanzenarten sich bereits in der Region ausbreiten und warum ihre Bekämpfung so wichtig ist.

Gemeinsam mit den Naturschutzexperten Hannes Seehofer und Michael Binder führte die Exkursion der KLAR-Region vom Heurigen Ramoser in Steinweg bis zum Halterbach und machte sichtbar, wie stark invasive Pflanzenarten bereits in der Region verbreitet sind.

Was sind Neophyten

Neophyten sind eingeschleppte Pflanzenarten, die heimische Arten verdrängen, Allergien auslösen oder sogar Schäden an Infrastruktur verursachen können. Durch den Klimawandel breiten sich viele dieser Pflanzen zunehmend schneller aus. Beim Spaziergang erfuhren die Teilnehmenden, wie problematische Arten wie Götterbaum, Robinie oder Eschenahorn erkannt werden können und welche Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung sinnvoll sind. Besonderes Augenmerk galt auch dem Riesenbärenklau, dessen Pflanzensaft schwere Hautreaktionen verursachen kann.

Die Bekämpfung der Neophyten zahlt sich für den Erhalt von bedrohten Arten aus

Wie wichtig der Schutz dieser Flächen ist, zeigten die beiden Experten auf: Rund um Steinaweg und in der Wachau wachsen noch mehrere geschützte Pflanzenarten der sogenannten Roten Liste. Gerade hier macht die Bekämpfung invasiver Arten einen großen Unterschied für den Erhalt der heimischen Biodiversität. Viele Teilnehmende zeigten sich überrascht, wie viele gebietsfremde Pflanzen ihnen entlang des Weges begegneten – und nahmen wertvolle Tipps mit, um invasive Arten künftig selbst besser zu erkennen.

Wenn Pflanzen zur Gefahr werden

Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas (1492) zu uns gekommen sind. Das passiert manchmal unbewusst und manchmal bewusst als Zier- oder Nutzpflanze. Etwa 30 % der österreichischen Pflanzenarten zählen zu diesen „Aliens“, die Großteils unproblematisch sind. Lediglich 1 von 1000 Neophyten entpuppt sich als Problempflanze, sie wird als invasiv bezeichnet. Das bedeutet, dass sie heimische Pflanzen verdrängt, Infrastruktur beschädigt oder negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat.

Was haben Neophyten mit dem Klimawandel zu tun?

Pflanzen müssen sich an veränderte Klimabedingungen wie Trockenheit oder Hitze anpassen. Invasiven Arten gelingt das oft besser, wodurch sie heimische Arten verdrängen können. Auch bei der Neubesiedelung von Flächen nach Hangrutschungen, Borkenkäferbefall oder Windwurf sind invasive Neophyten oft im Vorteil: durch keimfähige Wurzel- und Pflanzenzenteile sowie spezielle Samen verbreiten sie sich schnell und großflächig. Sie können Ökosysteme nachhaltig verändern. Es ist anzunehmen, dass ökologische und wirtschaftliche Schäden durch invasive Neophyten deutlich zunehmen werden. Um diese invasiven Arten frühzeitig zu stoppen, müssen diese auch als solche erkannt werden.